2. Fastensonntag - Unterbrechung

28.02.2021

Mein Leben fühlt sich an wie im Tiny House – sehr übersichtlich, reduziert und irgendwie auch eng.

Ich habe große Sehnsucht nach mehr Abwechslung.
Ich vermisse es, in Konzerte zu gehen. Ich vermisse es, ins Restaurant zu gehen. Ich vermisse es, mich mit anderen zu treffen, zu feiern – mit vielen Menschen und eng beieinander sitzend.

Da braucht es manchmal schon viel gutes Zureden meinerseits: „Also lass Dich mal nicht so hängen! Dir geht es doch gut! Du musst Dich doch nicht um existenzielle Dinge sorgen!“
So ungefähr. Klappt meistens.

Ja, diese Corona-Pandemie macht etwas mit uns allen. Vor allem, weil niemand absehen kann, wann es denn nun endlich aufhört.
Und es gibt so viele Stimmen, die auf unschöne Art laut werden: Meckern, Nörgeln und Besserwissen sind da noch fast die Kavaliersdelikte.

Was müssen sich heutzutage Menschen des öffentlichen Lebens alles sagen und gefallen lassen. Bis hin zu Morddrohungen! Das ist wirklich furchtbar.

Der 2. Fastensonntag heißt „Reminiscere“ von lat. „reminiscere miserationum tuarum“, das heißt übersetzt: Denke an deine Güte.

Gemeint in diesem Fall ist ein Appell an Gottes Güte. Aber ich denke, wir dürfen die Zielgruppe getrost erweitern. Ich glaube, wir alle sollten immer mal wieder an unsere Güte appellieren!

Milde, Entgegenkommen, Herzlichkeit, Wohlwollen, Nachsicht dürfen keine Fremdwörter werden.
Gerade wenn man im Tiny-House lebt, kommt es auf mehr an. Nicht nur Güte, sondern unendliche Güte!