Fastenzeit - Tag 27

19.03.2021

Als geborenes Stadtkind liebe ich das Grün meiner Stadt Berlin. Hier in Weißensee habe ich zum Glück auch viel davon vor Ort: die Parks, die großen Friedhöfe und die Straßenbäume, die in fast allen Straßen stehen.
Auch im Urlaub genieße ich das Wandern in den Wäldern. Herrlich!
Ich liebe das Gefühl, einzutauchen in das Meer aus Grün; den Wiesen und Wäldern. Befreites Durchatmen, die Lungen bis zum Rand füllen, im wahrsten Sinne Energie tanken.

Leider sind diese Tankstellen bedroht, manche kaputt, viele schon verschwunden.
Die letzten Jahre waren wir im Harz wandern. Wir haben den Verlauf des Borkenkäferbefalls miterlebt und im letzten Jahr den Kahlschlag gesehen. Jeden Tag bei unseren Wanderungen war das Geräusch der Motorsägen in unseren Ohren. Retten, was noch zu retten ist. Auch wenn es „nur“ das Holz ist.

Trostloser Anblick!

Selbst wenn die Aufforstung längst läuft: einen Wald werde ich in meinem Leben dort nicht mehr durchwandern können.

“Gut Ding braucht Weile.“

Mir wird bewusst, hier geht etwas kaputt, was nicht mal eben schnell repariert oder zurechtgerückt werden kann. Hier hilft kein schneller Aktionismus, sondern nur nachhaltige Planung und Realisierung.
Die Erfolge werden nicht wir, sondern die nächsten Generationen ernten.

Aber ist es das nicht wert?